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Dort bewahrt Ella all ihre selbstentworfenen Vintage-Designkleider auf. Nun ist es an Merle, der Grande Dame mit dem aufbrausenden, südländischen Temperament, das ein oder andere Erinnerungsstück abzutrotzen bzw einige Dinge für einen guten Zweck zu spenden. Denn Anfang machen einige Bücher auf einer Parkbank vor der Villa, die seltsamerweise mit einem goldenen Schild versehen ist, auf ihm ist eingraviert „This too shall pass“, sinngemäß "Auch dieses wird vorüber gehen".. Viele Menschen, die an der Bank vorbeiflanieren, nehmen sich einige Leseexemplare mit, ein junger Mann, der das Interesse von Merle weckt, holt täglich ganze Bücherstapel von der Bank. Ella und Merle arbeiten täglich viele Stunden in der alten Villa zusammen, mit der Zeit öffnen sich beide Frauen, ihre Lebensschicksale ähneln sich in einigen Dingen. Ella gelingt es mit ihrer klugen Lebenserfahrung Merle die Augen zu öffnen, um ein ganz anderes Leben, ganz außerhalb ihres doch so tuffen und durchgetakteten Businessplanes, zu ergreifen. Ella revanchiert sich dafür bei Merle, da diese über ihren Schatten gesprungen ist, um der alten Dame eine letzte große Freude zu erfüllen. Denn Ella war zu frustriert und vom Leben enttäuscht, um nach dieser Chance zu greifen. FAZIT: Ulrike Schäfer, die früher schon phsychologisch tiefgründige Themen in der „Brigitte“ journalistisch aufbereitet hat, ist hier ein sehr kluger Lebensberater gelungen. Man merkt in den authentisch beschriebenen Hamburger Settings immer noch die Liebe zur Stadt Hamburg an. Sehr treffend ist auch der Stadtteil Ottensen beschrieben. Aber auch die einzelnen Vintagemodeschöpfungen sind wunderbar detailliert geschildert. Man könnte sofort eine Modezeichnung anfertigen, um die Kleider nachzuschneidern. Der Schreibstil ist sehr flüssig und unterhaltsam, zudem kommen die zwischenmenschlichen Nuancen sehr gut zum Tragen, auch hier gibt es einiges an Lebensberatung zu erfahren. Ja, zum Schluss ist man überzeugt, Ella Costello hat in der schmucken weißen Villa an der Alster gelebt. Vielleicht finde ich eines ihrer Kostüme ja ausgestellt im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. |
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