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Fazit: Der Roman spielt auf 3 Ebenen, die Rückblenden in die Kriegs- und Nachkriegsjahre 1940 bis 1945, Schicksale in Böhmen und die der Sudetendeutschen, die letztendlich unter der Verfolgung und Vertreibung durch ihre Landsleute zum Teil noch heute leiden, sind sehr authentisch beschrieben. Trennungen und Verluste von geliebten Menschen, aber auch Neuanfänge um zu Überleben, berühren die Leser sehr. Die Sequenzen in der Gegenwart, Prag und besonders Adersbach mit der berühmten Felsenstadt sind ein liebevoller Reiseführer, der große Lust auf eine Reise nach Tschechien macht. Jeder Leser, der Prag bereits besucht hat, wird auch die Touristennepp-Lokale mit den völlig überhöhten „Pivo“ Preisen wieder erkannt haben. Dazu laden auch die Kochkünste der Romanfigur „Theresa“ ein. Wunderbar die böhmischen Kochrezepte im Anhang des Romans. Dazu passend nostalgisch auch der Bucheinband. Auch die Idee, Johns Manuskript in einer anderen Schriftart hervorzuheben ist hervorragend, so erkennt der Leser immer wieder Marthas Geschichte. Zu flach und vorhersehbar allerdings ist die Romanze der beiden Protagonisten Stella und John. Alles geht ohne große Komplikationen und Zweifeln seinen Gang, wie Olga immer zu sagen pflegt. „Mr. McDreamy“ – den beiden Romanfiguren hätte etwas weniger böhmischer Zuckerguss sicherlich nicht geschadet. Insgesamt aber ein flüssiger Schreibstil, ein guter Schmöker mit viel historischem Hintergrundwissen über unser Nachbarland Tschechien. Eine Zugreise von Pirna nach Prag, eine landschaftlich sehr schöne Strecke durch das Elbsandsteingebirge, wünsche ich mir demnächst, natürlich mit dem Zugschaffner Pavel und die Leckereien aus dem Speisewagen.
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