Bevor der Sturm begann
von
Claudia Ley
Inhalt/ Klappentext:
Liebe, Verlust und Neubeginn im italienischen Restaurant an der Steinernen Brücke.
Portofino, 1910: Auf ihrer ersten Reise an die Riviera trifft die lebenshungrige Bürgertochter Susanne Märzhäuser die Liebe ihres Lebens. Achille Giraudo kann Italien und seine Familie nicht schnell genug verlassen. In Regensburg eröffnen die beiden direkt an der Donau das erste italienische Restaurant Bayerns. Während zwei Weltkriege ihr Glück überschatten, sind die Osteria und der bunte Kreis, der sich dort bei Pasta, Grappa und Barolo versammelt, wie ein Fels in der Brandung. Doch mit der wachsenden Großfamilie nehmen auch die Verwicklungen zu. Denn es gibt ein Geheimnis, das zwischen Susanne und Achille steht―und einen mysteriösen Todesfall, der vor vielen Jahren im Piemont geschah.
Rezension:
Der Roman der Autorin,mit Zweitwohnsitz in Italien, nimmt uns mit in die berühmte Altstadt Regensburg um 1900. Heute ist die Altstadt und die „Steinerne Brücke“ ein UNESCO Welterbe.
Die Protagonistin Susanne und ihre Geschwister leben mitten in der Stadt, sie sind die Kinder eines bekannten Brauerei-Ehepaares, natürlich soll der älteste Sohn die Brauerei eines Tages weiterführen. Die beiden Töchter Susanne und Sybille sollen gut verheiratet werden, um frisches Kapital in den Brauereibetrieb zu bringen, eine Liebeshochzeit ist in dieser Gesellschaftsschicht nicht üblich. Ein schreckliches Unglück an einem kalten Wintertag, ein aufziehender dunkler Wintersturm, verändert das Leben aller Mitglieder der Märzhauser Familie. Susannes Mutter wird schwermütig. So entschließt sich das Familienoberhaupt, der Brauereimeister Märzhauser, sonst auf jeden Pfennig bedacht, seine komplette Familie an die italienische Riviera in Oberitalien in die Ferien einzuladen. Natürlich nicht ohne Hintergedanken, denn hier trifft sich der Geldadel und betuchte Kaufleute. Er sucht einen Heiratskandidaten für seine widerspenstige und, für damalige Zeiten, viel zu kaufmännisch und intelligente Tochter Susanne.
Susanne jedoch wählt den schillernden Lebemann Achille, sie flüchtet mit ihm auf das Familienanwesen der italienischen Großfamilie Giraudo im Piemont, ein Skandal ohne gleichen, unverheiratet und ohne die Genehmigung ihres Vaters. Eine heißblütige Familienfehde unter den Brüdern Achille und Battista wird durch eine junge Frau entfacht, Susannes ärgste Rivalin. Achille und Susanne fliehen nach Regensburg, doch ihre eigene Familie wendet sich von dem jungen Paar ab. Doch die beiden bekommen die Chance, direkt an der Steinernen Brücke an der der Donau ein Lokal zu eröffnen. Ihre Osteria mit Wein aus Italien, einem ganz besonderen Grappa, Bier direkt aus Regensburg und gutem italienischen Spezialitäten. Das Lokal ist auch bei den Einheimischen sehr beliebt.
Die Familie übersteht den ersten Weltkrieg, auch in ihrer weitverzweigten Familie gibt es Opfer und traumatisierte Heimkehrer von den großen Schlachtfeldern. Der lang ersehnte Sohn, Tullio, wird in eine friedliche und wirtschaftlich erfolgreiche Zeit geboren. Susanne hat wieder Kontakt zu ihrer Schwester und zu einem Bruder, sie treffen sich hin und wieder heimlich. Im Laufe der Jahre verändert sich das politische Bild in Deutschland, erst wird die jüdische Bevölkerung verjagt, dann setzt die aufkommende Fremdenfeindlichkeit auch Achille zu. Wieder werden viel zu junge Männer in die Armee eingezogen, Achille entschließt sich für Italien in den Krieg zu ziehen. Nach wie vor hüten Susanne und Achille ein Familiengeheimnis vor ihrem Sohn. Er fährt nach Italien um Antworten zu finden.
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