Die Wunderfrauen (Band 2) – VON ALLEM NUR DAS BESTE
von
Stephanie Schuster
Klappentext: Zu Beginn der 1960er Jahre, den Swinging Sixties, ist viel zu tun in Luise Dahlmanns kleinem Laden, er ist ihr ganzer Stolz. Die Regale sind prall gefüllt mit allem, was das Herz begehrt: frische Waren aus dem Umland und Feinkost aus der ganzen Welt. Luise möchte mit der Konkurrenz mithalten, die Kunden wünschen sich plötzlich Selbstbedienung, suchen nach Angeboten und fragen nach dem Rezept für das Sonntagsessen.
Drei Frauen sind in diesem Jahrzehnt voller Umbrüche an ihrer Seite: Die alleinerziehende Helga, die nun als Ärztin arbeitet, ihre Schwägerin Marie, die inzwischen vier Kinder hat und Annabel, deren Familie nach einem Schicksalsschlag zu zerbrechen droht. Das Leben hat die vier Frauen in den letzten Jahren enger verbunden als sie dachten. Und sie merken: Gemeinsam kann man aus Träumen Echtes erschaffen.
Rezension: Der 2. Band der Wunderfrauen-Trilogie – drei Romane über vier Freundinnen, liest sich wie ein Treffen mit Freundinnen, die man für einige Jahre aus den Augen verloren hat. Bei einem zufälligen Aufeinandertreffen ist die alte Vertrautheit sofort wieder da.
Die Autorin zeigt die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs in der kleinen bayrischen Gemeinde auf, es geht allen gut, vergessen die Zeit der Einschränkungen, alle wollen von allem nur das Beste. Dieser Geist ist auch in Louises Dahlmanns Lebensmittelgeschäft erkennbar, ständig wird das Sortiment vergrößert, Selbstbedienung ist das neue Zauberwort. Helga hat ihr Medizinstudium erfolgreich beendet, die kehrt als berufstätige, alleinerziehende Mutter an die Seewaldklinik zurück. Wie immer wird sie misstrauisch von den bigotten Dorfehefrauen beäugt, ist Helgas Sohn doch auch noch so ein „Amikind mit leicht dunklerer Hautfarbe“. Dank ihrer alten Freundinnen Louise und Marie baut sie sich eine Betreuungsmodell für ihren Sohn David auf, er ist Louise im Laden eine große Hilfe. Schnell freundet er sich mit Josie, Louises Tochter an.
Helga führt als Frauenärztin in der Seewaldklinik eine Beratungsstunde für die gebärenden Mütter auf der Wöchnerinnenstation ein, Empfängnisverhütung im streng katholischen Bayern, unerhört!
Bella, die verwöhnte Gattin des Chefarztes Konstantin langweilt sich, sie fängt in Louises Laden halbtags an zu arbeiten, eine zweite Schwangerschaft verläuft unkompliziert, doch nach der Geburt von Töchterchen Marlene ist nichts wie es vorher war. Auch hier greift Stephanie Schuster ein aufrüttelndes medizinisches Thema der 60er Jahre auf.
Marie ist auf dem Bauernhof voll ausgelastet mit drei Kindern und der ganzen Wirtschaft, ihr Mann kämpft verbissen gegen den Staat Bayern und den sogenannten „Flurbereinigungsplan“, kleine Landwirte sollen quasi enteignet werden, ihre Felder sollen Großbauern zugeteilt werden. Völlig entkräftet bemerkt sie ihre 4. Schwangerschaft, wird Helga ihr helfen können?
Als Helga bei einer Demo der Blumenkinder genannt „Hippies“ in München festgenommen wird, ist die alte Einigkeit und Solidarität der vier Freundinnen sofort wieder da, denn ihr Motto „Gemeinsam kann man aus Träumen Echtes erschaffen“ bewährt sich für die Wunderfrauen erneut. |
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