MÜSSEN ALLE MIT FESTIVAL 2019

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Stade, 31.08.2019 (SD)- Zum 7. Mal fand das MÜSSEN ALLE MIT Festival im Stader Bürgerpark statt. Bei heißen 31° fanden sich bei dem familiären Festival rund 2000 gut gelaunte Festivalbesucher ein. Bei den hohen Temperaturen waren die Schattenplätze heiß begehrt, gern hätten es noch ein paar mehr Sonnenschirme sein können. In Kooperation mit den Stadtwerken Stade gab es auch dieses Jahr wieder kostenloses Trinkwasser, bei den Temperaturen natürlich super und gern genutzt von den Familien, die das Festival besuchten. Auch eine kostenlose Dusche im Freien stand für eine Abkühlung zur Verfügung . Diese wurde gerade zur Mittagszeit gern genutzt. Frei nach dem Motto "Wasser für alle und alle für Wasser" konnte man seinen Pfandbecher am Viva con Agua Stand spenden und damit den Verein unterstützen, um weltweit allen Menschen die Möglichkeit zu geben, an sauberes Trinkwasser zu kommen.

Der bei Tapete Records unter Vertrag stehende Sänger und Musiker Bernd Begemann führte durch das bunte Programm des Tagesfestivals. Auch abseits der Bühne wurde viel für die Gäste geboten. Zum zweiten Mal fand auch ein MINI-MAMF in Kooperation mit der Jugendfreitzeitstätte Alter Schlachthof statt. Die kleinsten Festivalbesucher konnten sich hier beim Kinderschminken , Riesen-Seifenblasen pusten oder beim Hula Hoop Reifen schwingen vergnügen. Des weiteren war auch die DKMS mit einem Info-Stand vor Ort und wer wollte, konnte sich in der Datenbank zur Knochenmarkspende registrieren. Auch kulinarisch gab es ein abwechslungsreiches Angebot. Zu fairen und familienfreundlichen Preisen fand jeder Besucher des Tagesfestivals eine leckere Mahlzeit und das ein oder andere Kaltgetränk. Wie in den letzten Jahren konnte man das Festival gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, Parkplätze waren auch in ausreichender Menge vorhanden. Das MAMF hebt sich mit seinem kleinen aber feinen Festivalgelände deutlich von den anderen bekannten Festivals in Deutschland ab.

Klasse statt Masse“ bezeichnet das Festival an diesem Samstag sehr treffend. Es herrschte von Beginn an eine ausgelassene und fröhliche Stimmung, die Gäste waren von ganz jung bis ins hohe Alter. Kinderwagen und Rollatoren gehörten zum Bild der Veranstaltung und alle wurden rücksichtsvoll behandelt. Neben den Familien waren natürlich auch die typischen Flower-Power-Festival Gäste vor Ort, ebenso wie die Black is Beautiful-Rockstil Fraktion. Um 13 Uhr eröffneten Paul Jets das Festival. Das österreichische Trio bestehend aus der Bassistin Romy Park, dem Sänger Paul Buschnegg und dem Drummer Xavier kam gut gerüstet mit Sonnenhut und Sonnenbrille auf die Bühne und spielten für etwa 35 Minuten Lieder wie „Üben Üben Üben“, „Ich komme in den Park“ und „Diese Villa ist verlassen“ aus ihrem aktuellen Album „Alle Songs bisher“.

Gegen ca. 14 Uhr kam die Alternativ-Popband Botschaft auf die Bühne. Die 5 Musiker hatten einige Fans im Publikum, beim Song „Treptower Park“ wurde getanzt und mitgesungen. Malte Thran erzählte dem Publikum, dass er seid 4 Jahren unbedingt einmal Crowsurfen wolle und es an diesem die Premiere dazu geben wird. Gesagt getan, der Sänger kletterte auf das Geländer der Absperrung und ließ sich mutig von den davor stehenden Zuschauern auf Händen tragen. Ernst ging es mit dem Song „Sozialisiert in der BRD“ vom Debütabum „Musik verändert nichts“ weiter. Nach circa 10 Liedern verabschiedete sich die Band und bekam viel Applaus von dem Publikum.

Mit etwas Verspätung kam die Band GURR auf die Bühne. Grund hierfür waren technische Probleme ,die sich leider fast durch den ganzen Auftritt zogen. Gerade bei dem passenden Song „Hot Summer“ versagte dann die Technik leider komplett. Weder Gesang noch Gitarre waren von den beiden sympathischen Bandmitgliedern Laura Lee und Andreya Casablanca zu hören. Davon ließen die Beiden sich jedoch nicht abhalten und nach wenigen Minuten ging es dann mit dem Song „JEIN“ von Fettes Brot weiter. Hierbei zeigte sich, dass das deutsche Indie-/Rock Duo auch viel Talent für Rapmusik hat. Mit dem Song „Müssen alle mit“ von dem aktuellen Album „She Says“ hatten GURR den perfekten Song zum MAMF mitgebracht. Man merkte den beiden jungen Frauen den Spaß auf der Bühne an und so spiegelte es sich in dem ausgelassenen und tanzenden Publikum wieder.

Auch die britische Band Zoot Woman ereilte der Ruf des diesjährigen Müssen Alle Mit Festivals.

 

 

Gegen 16:10 Uhr betraten die Engländer die Bühne. Auch bei ihnen spielte die Technik nicht ganz so mit wie sie sollte, doch wer schon 17 Jahre im Musikbusiness ist, lässt sich davon nicht beirren. Es gab feinsten Synth-Pop von dem Duo und die Musik lud zum Feiern und Mittanzen ein. Der deutsche Rapper Juse Ju betrat gegen 17 Uhr die Bühne. Das Rap in 2019 auch ohne typische Fäkalausdrücke genial sein kann, zeigte der 37 jährige Rapper, Autor und Journalist den Stader Festivalbesuchern. Wer sich fragte, warum der gebürtige Baden-Württemberger in einem Baseball Outfit die Bühne betrat, bekam bald eine Antwort. Juse Ju hatte einen Baseballschläger und einen Ball dabei. Den schlug er ins Publikum und der glückliche Fänger des Balls bekam nach dem Auftritt ein Geschenk am Merchandising-Stand.

Dazu hatte Juse Ju auch noch seinen "Brother from another Mother" Fat Tony mitgebracht. Gemeinsam wurden die Songs „Seven Eleven“, „Wir sind im Modus“ und „Gravitation“ performt. Nach seinem Gig nahm sich der Musiker circa 45 Minuten Zeit, um mit den wartenden Fans Fotos zu machen und Autogramme zu geben, geduldig wartete er bis auch der letzte Fan sein Foto erhalten hatte.

Nach ihrem abgesagten Auftritt beim letztjährigen MAMF kamen nun wie versprochen die Band Turbostaat. Die Flensburger Band, die seit 20 Jahren aktiv Musik macht, hatte sehr viele Fans in der Crowd. In der ersten Reihe standen einige Besucher mit Turbostaat T-Shirts. Textsicher konnte das Publikum bei dem 40- minütigen Auftritt der 5 Bandmitglieder gefühlt jede Zeile mitsingen. Der Indiepunk ging den Besuchern in die Beine und so wurde getanzt und gesprungen was das Zeug hielt. Eine klasse Atmosphäre unter den Festivalbesuchern war zu spüren und so war es auch nicht verwunderlich, als „We love You“ und „ihr seid Geil“-Rufe aus dem Publikum zu hören waren, als die Band sich verabschiedete.

Tanz der Moleküle“ und „Fallschirm“ sind wohl die größten Hits der Berliner Band Mia, doch diese Riesenparty, welche die Vier auf der Bühne veranstalteten, hatte wohl kaum jemand erwartet. Die Frontfrau Mieze Katz brachte geballte Power auf die Bühne und so war der Auftritt grandios. Auch einen Song zum Thema Freundschaft hatte die Band dabei, hierbei wurden 3 junge Mädchen aus dem Publikum überraschenderweise ausgewählt und auf die Bühne geholt. Mieze Katz tanzte ausgelassen mit den 3 Mädels auf der Bühne umher und man sah in den Gesichtern der Kinder, dass sie dieses Erlebnis so schnell nicht vergessen werden. Im Anschluss machte MIA aus ihrem Auftritt kurzerhand eine Elektroparty und so wurde unter freiem Himmel gefeiert, gelacht und getanzt.

Auch bei warmen Temperaturen ließ es sich die Sängerin nicht nehmen, sich mehrfach umzuziehen und wechselte bei fast jedem Song ihre Jacke bzw. ihre Accessoires wie Haarreifen oder Sonnenbrille. Eine Songpremiere hatte MIA auch im Gepäck. So wurde das Lied „Kopfüber“ zum ersten Male vor live performt. Passenderweise erzählte Mieze Katz, das ihre im Winter stattfindende Tour auch so hieße. Als die Zuschauer nach einer Zugabe verlangten spielten MIA ihren Hit „Tanz der Moleküle“ und mit diesem Song endete ihr energiegeladener Auftritt, bei dem sie bestimmt einige neue Fans im Publikum gewonnen haben.

Um 22:00 Uhr traten dann die Headliner Frittenbude auf. Angekündigt von Begemann mit "Sie können mehr als heißes Frittenfett" stürmten die aus Bayern stammenden 6 Männer die Bühne. Mit ihrer Mischung aus Rap , Punk und Electromusik heizte die Band den Zuschauern so richtig ein und das MAMF bekam seinen gebührenden Abschluss mit viel guter Musik und einem phänomenalen Auftritt von Frittenbude. Leider musste ihr Auftritt wegen einem heftigen Gewitter abgebrochen werden. Sicherheit geht vor.