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ALT-J: „The Dream“

Da ich persönlich immer sehr darauf bedacht bin, dass ich meinen inneren Black-Metaller nicht zu elitär werden lasse, konfrontiere ich jenen gerne mit Musikrichtungen, welche ich mir wohl so im Alltag nicht zu Gemüte führen würde. Diesmal bin ich in die Indie-Rock Welt der Truppe alt-J getaucht und habe mir deren Album namens „The Dream“ einmal durchgehört.

Der Opener namens „Bane“ hat mich dezent verwirrt, da man von verschiedenen Sounds, welche sich nicht gerade direkt zusammenfügen, begrüßt wird. Die Lyrics schweben atmosphärisch durch den Raum und bringen eher kryptische Botschaften zum Vorschein. In „U&ME“ wird es dann doch wesentlich konkreter und melodischer. Die von der Band aufbereitete Klangwelt wirkt enorm verträumt, liefert jedoch vom Beat her genügend rhythmische Anhaltspunkte um mit dem Kopf im Takt mitzuwippen. „Hard Drive Gold“ weicht nicht von der Verträumtheit ab und hypnotisiert mit relativ stetigem Rhythmus. „Happier When You`re Gone"“ klingt nicht nur vom Titel her etwas depressiv sondern bringt auch musikalisch gesehen eher ruhigere unmotivierte Klänge, welche man jedoch auch als simpel ruhige Ballade bezeichnen kann.

„The Actor“ nimmt dann wieder etwas an Fahrtwind auf und verwöhnt mit netten Synthie-Phrasen. „Get Better“ biegt dann ungewohnt freudig und zuversichtlich um die Ecke, wenn auch die gesamte Komposition eine gewisse Melancholie mit sich bringt. Nach der süßen Nummer kommt dann „Chicago“. Der Track hat definitiv „Club-Potential“ da er nett „dahinpumpt“ und sich dadurch gut zum Tanzen eignet. Die eingängige Piano-Melodie eliminiert die Tanzwut zwar ein wenig, jedoch ohne Melodie wäre die Nummer nur Gesang und Geklopfe.

Nach „Chicago“ kommt „Philadelphia“ und von dort an verhält sich das Album so ruhig wie in den vorigen Nummern beschrieben. Man könnte sagen, dass die Songs unterschiedlich ruhige sind.

Fazit: Auch wenn das Album sehr experimentell mit diversen Sounds umgeht ist es mir einfach zu lasch. Die Rhythmen sind zwar sehr abwechslungsreich, aber ähnlich träge. Beim Hören fühlte ich mich wie als wäre ich in einem nie endenden Traum gefangen, welcher mich einerseits in Sicherheit wiegt und mich dann mit einer Schelle an Melancholie wieder daran erinnert, das doch alles nicht so entspannt ist wie es scheint. Das Album hat also etwas in mir bewegt, aber ob mir das so gut gefallen hat weiß ich noch nicht. Die Musik ist mir jedenfalls etwas zu ruhig und wirr. Somit vergebe ich 6 von 10 Punkten. Ich werde die Band trotz allem weiterverfolgen. Vielleicht findet sich im „Traum“ der Band doch noch irgendwo eine Nummer die ich feiere.

--> Musikvideo: alt-J - U&ME

 
Bewertung:

GENRE: Indie Rock

TRACKLIST:

1. Bane 
2. U&ME
3. Hard drive gold 
4. Happier when you`re gone 
5. The Actor
6. Get better
7. Chicago
8. Philadelphia
9. Walk a mile 
10. Delta
11. Losing my mind 
12. Powders

VÖ: 11.02.22
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: Infectious Music
Vertrieb: BMG

 

Auf Tour im Norden: -

Rezensent: Gregor