Bruce Soord ist nicht nur für seine herausragende Arbeit mit The Pineapple Thief bekannt, sondern auch für seine interessanten Solo-Alben. Am 15.05.2026 veröffentlichte er sein neuestes Werk und es trägt den Namen „Ghosts In The Park”. Das neue Album wurde nicht wie gewohnt in einem Studio produziert, sondern entstand über circa 2 Jahre, während Soord mit The Pineapple Thief auf Tour war.
Vom Instrumentalen her stehen hier die akustische Gitarre und Soords Stimme im Mittelpunkt. Textlich hat Soord hier nicht nur verschiedene Erinnerungen aufgearbeitet, sondern auch den Tod seines Vaters, sowie die fortschreitende Alzheimer-Erkrankung seiner Mutter.
Man kann also sagen, dass dieses Album ganz schön unter die Haut geht. Schon der erste Song „Concepcion” rührt, speziell in Anbetracht der Situation von Soord`s Mutter, zu Tränen. Mit den Worten „Mother, its me, do you remember” wird das knapp 1:30 Minuten lange Stück eingeleitet und man bekommt direkt Gänsehaut. Nicht weniger eingängig und emotional zeigt sich der ruhige und melancholische Song „Meet Me On The Downs”. Mit zärtlicher Gitarre und ruhigen Vocals hypnotisiert Soord einen fast schon, während gegen Ende des Songs aufgerufen wird seine eigene Sterblichkeit zu bedenken.

„Pillars” bringt im Anschluss einen schon fast Pink Floyd artigen Vibe bis „You Made A Promise” mit fein atmosphärischen Sounds und dahintreibender Stimme aufwartet. Ab dem Opener wird man immer mehr und mehr in den Bann des Soord`schen Sounds gezogen, sodass man förmlich durch die Songs schwebt, auch wenn sie eine gewisse Schwere mit sich bringen.
„Our Predicament” zieht dann vom Tempo her wieder etwas an und serviert ein interessantes Solo. Mit „Day Of Wrath” wird es dann schon fast mantrisch und zu Beginn etwas hektisch. Eine Rassel treibt einen voran, bis dann das Schlagzeug übernimmt und mit nicht weniger stressigen Beat fortsetzt. Trotz dieser „Getriebenheit” geht der Song gut ins Ohr und bringt eine etwas hoffnungsvolle Atmosphäre.
„Stared Down“ entschleunigt wieder etwas, baut dann aber immer mehr auf und liefert sogar von den Drums her einen dezent jazzigen Sound, während die Gitarren eine schön eingängige Melodie in den Gehörgang zaubern. „Kept Me Thinking” wirkt darauf etwas verhalten, sodass man die Nachdenklichkeit schon fast spüren kann. Abgeschlossen wird das Album mit dem knapp 13 Minuten langen Titeltrack „Ghosts In The Park”, einem Werk, welches schon fast eine eigene Rezension verdient hätte.
Fazit:
„Ghosts In The Park” ist ein durchwegs ehrliches Album, welches einen direkt emotional mitnimmt. Angesichts der Hintergründe der Texte fällt es zeitweise schwer, nicht zu Tränen gerührt zu sein, andererseits liegt in jedem Song auch ein gewisser Funke an Hoffnung, welcher einen wieder aufbaut. Die Songs sind trotz ihrer thematischen Schwere sehr eingängig, aber definitiv nicht unbedingt etwas, was man sich zum Spaß in die Playliste schmeißt. Allein wegen der Ehrlichkeit der Songs hat das Album schon 8 von 10 Punkten verdient.
Was obendrein noch beeindruckend ist, ist, dass das Album sozusagen „on tour” aufgenommen wurde, was man bei der Soundqualität kaum glauben mag, auch wenn es später im Studio finalisiert wurde. Der Entstehungsprozess war definitiv kein typischer und es ist wirklich beeindruckend was Soord hier in verschiedensten Hotelzimmern auf die Füße gestellt hat. Daher vergebe ich 9 von 10 Punkten. Dankenswerterweise durfte ich mich mit Bruce via Zoom zu einem Interview treffen, welches ihr –> hier nachlesen könnt:
Tracklist
- Concepcion
- Meet Me On The Downs
- Pillars
- You Made A Promise
- Our Predicament
- Day Of Wrath
- Stared Down
- Kept Me Thinking
- Ghosts In the Park














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