JINJER: „Live in L.A.“

Gregor Eder

Es ist zwar eine eher seltene Angelegenheit, dass ich mich mit Live-Alben auseinandersetzte, doch diesmal habe ich ein absolutes „Schmankerl“ für euch da draußen. Die 2008 in Donezk, Ukraine, gegründete Band JINJER ist seit ihren Durchbruch um ca. 2016 herum nicht mehr aus der Welt des Metalcores wegzudenken. Mit „Cloud Factory“ (2014), „King of Everything“ (2016), „Macro“ (2019) und schlussendlich „Wallflowers“ (2021), hat die Band vier wirklich massive Studio-Alben vorgelegt und am 07.05.2024 war es endlich so weit, dass die Truppe ihr allererstes Live-Album veröffentlichen konnten.

Dieses Album ist nicht nur eine simple Live-Aufnahme, sondern auch ein Zeichen seitens der Band. Das aufgenommene Konzert fand am 22.12.2022 im The Wiltern in Los Angeles, CA, USA, statt und es war laut Band eine spontane Idee eine DVD zu produzieren, um damit auch irgendwo ein Zeichen zu setzen, dass die Pandemie endlich ein Ende hat.

Bewertung: 8 von 10 Punkten
GENRE: Metalcore
VÖ: 07.05.2024
Format: CD / Vinyl / Digital
Label/Vertrieb: Napalm Records
Rezensent: Gregor

Leider traf jene die Band sehr hart, denn dadurch wurde die Veröffentlichung von „Macro“ etwas schwierig, natürlich wurden die Touren abgesagt und auch sonst handelte es sich simpel um eine entbehrliche Zeit. Kaum hatte die Band geglaubt, das Schlimmste überstanden zu haben, brach der noch andauernde Krieg in der Ukraine aus und so stand generell alles einmal auf Eis. Von März 2022 bis Juni 2022 war der weitere Weg der Band durch die Sachlage ungewiss, doch dann erteilte der Staat der Band die Erlaubnis, das Land zu verlassen und als offizielle Botschafter der Nation weiterzumachen.

Mit diesen Fakten im Hinterkopf versteht man vielleicht etwas besser, warum das nun veröffentlicht Live-Album etwas Besonderes für die Band ist. Was findet man nun auf der Scheibe? Einen wirklich genial eingefangenen Gig der Band mit einer fein ausgewogenen Setlist. Unter den enthaltenen Songs sollte für jeden Fan der Band etwas dabei sein und die Performance an sich ist wirklich beeindruckend. Die Instrumentalsektion liefert gewaltig ab und auch Tatiana Shmayluk beeindruckt wie gewohnt mit ihrer Stimmgewalt.

Fazit:

JINJER sind einfach durchwegs beeindruckend. Abgesehen davon, dass die Band im Studio absolut brilliert, liefert sie auch live absolut mächtig ab. Die allererste Live-Scheibe ist der Truppe auf jeden Fall bestens gelungen und auch die Herangehensweise, das Ganze so roh und authentisch wie möglich zu gestalten finde ich wirklich gut. Man kann also behaupten, dass „Live in Los Angeles“ kein geschöntes Live-Album ist, wenn auch klarerweise gut nachbearbeitet, aber eben so, dass die rohe Gewalt des Live-Sounds nicht zu sehr „niedergeputzt“ wurde. Neben dem wirklich feinen Sound war die dargebotene Setlist auch sehr gut ausgewogen. Ich ziehe meinen Hut vor der Band, dass sie trotz all der Schwierigkeiten immer noch mit voller Kraft weiterarbeiten und vergebe für „Live in L.A.“ satte 8 von 10 Punkten.

Tracklist
  1. Intro
  2. Sit Stay Roll Over
  3. Teacher, Teacher!
  4. Copycat
  5. Home Back
  6. I Speak Astronomy
  7. As I Boil Ice
  8. Judgement (& Punishment)
  9. Dead Hands Feel No Pain
  10. Vortex
  11. Who Is Gonna Be The One
  12. Sleep Of The Righteous
  13. Call Me A Symbol
  14. Perennial
  15. Pisces
  16. On The Top
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