REZN: „Cycles In The Infinite Dream“

Gregor Eder

Albumcover von REZN „Cycles In The Infinite Dream“ mit einem surrealen Gemälde verhüllter Figuren zwischen roten Bäumen

Es wird Zeit sich einmal wieder dem Stoner Rock zu widmen. Die aus Chicago stammende Band REZN lieferte am 24.07.2026 ihr nun 7. Album und damit etwas über 42 Minuten an hypnotisierenden Riffs und fast in Trance versetzende Rhythmen. 2016 fanden sich Rob McWilliams, Phil Cangelosi, Spencer Ouellette und Patrick Dunn zusammen und zückten die Instrumente ihres Vertrauens. Wenn ihr jetzt glaubt, es handle sich um ein klassisches Aufstellen von Drums, Gitarre, Bass und Vocals, dann liegt ihr daneben, denn hier kommen auch Synthesizer, Saxophon, Lap-Steel und Sitar zum Einsatz. Bevor ich euch jedoch aber noch länger auf die Folter spanne, kommen wir direkt zu den Songs auf „Cycles In The Infinite Dream“.

Das Album Song für Song

Losgelegt wird mit dem fast 5 Minuten langen „Rites Of Passage“ welches etwas so klingt als hätten sich Mastodon etwas entschleunigt. Der Gesang wirkt neben dem stetig dahin stampfenden Beat schön hypnotisch und die Riffs gehen schon fast in Richtung Progressive. Nett sind auch die atmosphärischen Sounds welche die Synths beisteuern. „Transient“ eröffnet dann die zweite Runde mit einem schön deftigen Bass und etwas verspielterem Rhythmus. Mit einer recht ähnlichen Länge wie beim ersten Song wird man immer weiter in dem Bann der Band gezogen und man bekommt endlich das Saxophon schön offensiv zu Gehör.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

GENRE: Psychedelic/Stoner Rock
VÖ: 24.07.2026
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: Sargent House
Vertrieb: Evil Greed
Rezensent: Gregor
Album kaufen: REZN
Albumcover von REZN „Cycles In The Infinite Dream“ mit einem surrealen Gemälde verhüllter Figuren zwischen roten Bäumen


Eine sehr interessante Mischung, schreit jedoch erneut mehr nach Prog als nach Stoner. „Cloudfall“ erinnert im Anschluss etwas an die fein fuzzige Härte von Kyuss und verführt am Schluss mit einer schön breiten Soundlandschaft welche zu „Aerial Birth“ überleitet. Hier wird die ruhige Atmosphäre noch etwas aufrechterhalten bis „Devotion“ als instrumentaler Zwischenspieler dann absolut entschleunigt und kurz für Andacht sorgt. „The Vessel“ stampft darauf mit gewaltiger Metal-Attitüde durch den Gehörgang und bringt wieder etwas Schwung in die Sache.

Der anschließende Song „Escher“ wirkt weniger wie verworrene Treppen, sondern etwas mehr wie eine Hommage an die ruhigeren Grunge-Songs von Soundgarden und Nirvana. „Primal Thread“ bringt ein Gefühl des Dahinschwebens, welches dann gen Ende mit einem deftigen Riff verblasen wird. Sein Ende findet das Album mit „Terra Preta“, welches zum Abschluss nochmal schön harte, aber auch atmosphärische, Riffs liefert.

Fazit

REZN hat mit „Cycles In The Infinite Dream“ ein wirklich interessantes Album vorgelegt. Psychedelic Rock trifft es aus meiner Sicht sehr gut, wenn auch die Progressive-Elemente auch ganz klar vorhanden sind. Bezüglich der Doom-Facette der Band bin ich etwas unschlüssig, da die Band zwar langsame Riffs serviert, jene aber mit melodisch atmosphärischen Sounds versetzt, sodass die klassische Härte des Dooms etwas aufgeweicht wird. Generell habe ich Doom etwas langsamer und intensiver im Kopf.

Jedenfalls ist das Album eine wirklich gelungene Klangreise, welche am besten in einem Durchgang gehört werden sollte, auch wenn die Songs für sich schon sehr stark sind. Die Gesamtdynamik ist dann noch einmal eine andere Sache und zeigt aus meiner Sicht erst die volle Stärke von REZN. Alles in allem gefällt mir der Sound von REZN sehr gut und daher vergebe ich 8 von 10 Punkten.

Mehr Stoner Rock: KADAVAR: „I Just Want To Be A Sound“

Tracklist

  1. Rites Of Passage
  2. Transient
  3. Cloudfall
  4. Aerial Birth
  5. Devotion
  6. The Vessel
  7. Escher
  8. Primal Thread
  9. Terra Preta

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