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PURE REASON REVOLUTION: „Above Cirrus“

Werfen wir einmal wieder einen Blick nach England. Dort hat sich 2003 eine Band namens Pure Reason Revolution, kurz PRR, gegründet. Bis 2011 lief es für die Truppe nicht schlecht, doch darauf folgten ein paar Jahre der Stille, bis 2020 das 4 Album, „Eupnea“, veröffentlicht wurde. Satte 2 Jahre haben Fans nun auf einen Nachschlag gewartet und am 06.05.2022 wurde schlussendlich „Above Cirrus“ veröffentlicht. Jon Courtney (Vocals/Guitar/Keys), Chloe Alper (Vocals, Bass, Keys) und Greg Jong (Vocals/Guitar) haben insgesamt 7 neue Songs komponiert und sich dabei mit der Unsicherheit auf der Suche nach etwas Größerem beschäftigt.

Die Arbeiten an dem Album starteten sehr schnell nach der Veröffentlichung des Vorgängers und so kann man sagen, dass diese Scheibe von den Ereignissen der letzten 2 Jahre stark beeinflusst ist. Damit diese Aussage auch etwas greifbarer wird, sollten wir einmal auf die Songs eingehen. Eröffnet wird mit „Our Prism“ und einer Art „Sci-Fi-Intro“, welches von einem mächtigen Drumbeat und psychedelischer Gitarre abgelöst wird. Nach einer gekonnt gesetzten Pause wird man dann mit einem mächtigen Riff überfahren, bevor die engelsgleichen Vocals, welche einen interessanten Folk-Touch haben, einsetzen. Von der lyrischen Seite könnte man sagen, dass mit diesem Song die Sinnsuche thematisiert wird.

New Kind Of Evil“ klingt von Titel her eher böse, entpuppt sich jedoch als sehr ruhige Nummer mit atmosphärischer Gitarre, welche durch den gediegenen Drumbeat und das stetige Bassriff „slided“. Mit „Phantoms“ wird dann eine interessante Mixtur aus elektronischem Party Beat, Grunge-Riff und schon fast schamanischen Drum-Rhythmen geliefert. In „Cruel Deliverance“ wird wieder ein Gang zurückgeschaltet. Der Song liefert eine ruhige sanfte Soundlandschaft, welche jedoch auch gut für eine Filmszene passen würde, in welcher ein Darsteller eine bedrückende Erkenntnis hat. Mit „Scream Sideways“ bekommt man dann eine kolossale Komposition von über 10 Minuten serviert, welche schon fast etwas an Tool erinnert, wenn auch PRR wesentlich „spacigere“ Sound nutzen.

Nach der wilden Fahrt wird man in „Dead Butterfly“ kurzzeitig mit ruhigem Piano und Gesangsharmonien verwöhnt, bis dann doch für 5 Minuten ein Mix aus 80s Sound und deftigen Grunge-Riffs folgt. Abgeschlossen wird das Album mit dem Song „Lucid“, welcher sehr hoffnungsvoll klingt und sich bis zum Ende immer mehr aufbaut.

Fazit: Ich hatte mich bisher mit Pure Reason Revolution noch nicht auseinandergesetzt und bin daher vollkommen ohne Vorkenntnisse an die Tracks herangegangen. Das was ich vorgefunden habe hat mich zeitweise verwirrt, aber dennoch beeindruckt. Die Kompositionen sind enorm ausgefuchst und die Wechsel reißen einen ganz schön, doch schlussendlich sind gewisse Passagen, vor allem wenn man das Album in einem Durchgang hört, etwas zu lang geraten. Etwas mehr Gitarrenriffs hier und da hätten nicht geschadet, doch im Großen und Ganzen muss man dem Power-Trio ihr bewundernswertes Können zugestehen. Somit vergebe ich 8 von 10 Punkten.

 
Bewertung:

GENRE: Alternative Rock

TRACKLIST:

1. Our Prism
2. New Kind of Evil
3. Phantoms
4. Cruel Deliverance
5. Scream Sideways
6. Dead Butterfly
7. Lucid

VÖ: 06.05.22
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: Inside Out Music
Vertrieb: Inside Out Music
Auf Tour im Norden: -

Rezensent: Gregor

--> Musikvideo: PURE REASON REVOLUTION - New Kind Of Evil