SORRY: "925"
Irgendwas zwischen Indie, Alternative, träumerisch, poppig, elektrisch, Grunge und Punk… Ein Irgendwas, dafür ein höchst authentisches Irgendwas. Sie heißen Sorry, aber wir sind dafür sicher nicht „sorry". Mit dem Album „925“ veröffentlichte am 27.03.2020 die Londoner Grunge- / Post-Punk Band Sorry, in Zusammenarbeit mit James Dring (Gorillaz, Jamie T, Nilüfer Yanya) ihr Debut. Nach über 4 Jahren Produktionsarbeit zeigt die Platte ein breites Schaffensspektrum.
Von einigen Pressestimmen bereits hochgelobt hab ich mir die Aufgabe gestellt, als Szene-Außenstehender das Album genauer unter die Lupe zu nehmen. Beginnen wir zunächst mit den Anfängen der Band: Sorry entstand aus den beiden Kindheitsfreunden Asha Lorenz (vox, git) und Louis O´Bryen (vox, git) . Nach einigen Bands, vielen Solo-Kompositionen und Projekten fanden die beiden Nord-Londoner als Band Sorry zusammen. Die Songs schreiben Beide, umgesetzt wird jedoch mit einer kleinen Band-Besetzung (Lincoln Barrett (drums) und Campbell Baum, (bass), teilweise zusätzliche Musiker/innen), wobei der mediale und produktionstechnische Fokus ganz auf dem Duo Lorenz und O-Bryan liegt. Ganz nach dem Schema „we are just making some music and see how it goes” klingen die Songs erfrischend unkonventionell, jedoch ganz nach ihrer fehlenden Motivation zur Definition doch sehr authentisch.
Der bereits vorab veröffentlichte Eröffnungstrack „Right Round The Clock“ besticht mit einer lässig bis spannenden Klangatmosphäre und komplettiert sich durch eine Art natürliche Härte, hervorgerufen durch verzerrte Gitarren-, Piano-und Saxophonefffekte… irgendwie indie- irgendwie britisch irgendwie anders, irgendwie cool! „In Unsion“ und „Snakes“ geben einen ersten lyrisch/ träumerischen Teil im Album, wobei sich allen voran die Texte geschmeidig wie Butter ins Klanggefüge schmieren. Mit dem very tight „Starstruck“ gibts ein unschuldiges, wie ehrliches Zwischenstück, gefolgt vom ironisch-bewegten Liebesbeweis an „Rosie“. Mit den folgenden Nummern „“Perfect“ und „As The Sun Sets“ kann man ganz gut mögliche Wurzeln der Band im Grunge erkennen, wobei die grundsätzliche Gelassenheit auch hier wie ein roter Faden durch die Stücke geht.
Mit „Wolf“ und „Rock´n´Roll Star“ sticht die experimentierfreudigkeit von Sorry wieder sehr stark hervor – selbst vor dem Einsatz eines frechen Saxophons schrecken die Briten hierbei nicht zurück. In „Heather“ und „More“ gibts dann wieder die typische britische Indie-Gitarren Band zum Besten. In den beiden letzten Nummern „Ode to Boy“ und „Lies“ gibt es ein wie für Sorry nun schon gewohntes episch, wie gelassenes Finale.
Teils wurden die Themen der Tracks deskriptiv gewählt und sie versuchen Personen, Dinge, Gefühle näher zu beschreiben, teils kann man auch einen roten Faden heraushören (z.B.: in „Rock´n´Roll Star" gibt’s mit der Angabe zum handelsüblichen Mischverhältnis der Legierung von Silber eine thematische Verbindung zum Albumtitel). |
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