Roncalli: Premiere „Storyteller: Gestern – Heute – Morgen“

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Roncalli 20. November 2019 (MW) - Bevor das umjubelte Spektakel „Storyteller- Gestern, Heute, Morgen“ nach Bremen kam erlebten bereits 800.000 begeisterte Zuschauer Bernhard Paul's neuestes Meisterwerk in anderen Städten. Das Gastspiel findet vom Mittwoch, den 20. November bis zum Sonntag, den 15. Dezember auf der Bürgerweide statt und ist die achte Gastspielstadt der Tournee 2019, die Roncalli durch ganz Deutschland geführt hat. Bernhard Paul’s Circus-Theater Roncalli verbindet die romantische Welt des Circus mit den Anforderungen der heutigen Zeit.

In der Premierenveranstaltung sprach Paul von den Anfängen und Entwicklung der Circusgeschichte. Die runde Manegenform erklärte Paul augenzwinkernd damit, dass Pferde ja sowieso nur im Kreis laufen können. Circus-Theater Roncalli verzichtet bewusst auf Tiere. Die Pferde gab es dieses Mal nicht real. Sie erschienen aus glitzerndem Staub genauso wie die dreidimensional wirkenden Elefanten durch innovative Bühnen-, Licht- und Holographietechnik.

Als Eröffnung spielte ein Dudelsackspieler begleitet vom 8-köpfigen Roncalli Royal Orchester unter der Leitung von Georg Pommer. Diese "Band" hat den Namen "Orchester" alle Ehre. Stets mit perfektem Spiel und Sound präsent ohne aufdringlich zu wirken. Es folgte die junge Französin Adèle Fame mit viel Kraft und Anmut an den Strapaten. Inspiriert von ihrem Vater kam sie als Circuskind schon früh zur Luftakrobatik. Sie wirbelt immer wieder durch die Lüfte oder lässt sich fallen um gerade noch rechtzeitig von den "Bändern" gehalten zu werden. Eigens für ihre Performance wurde eine passende Musik komponiert. Für die Poesie bei Roncalli sorgen weiterhin Weißclown Gensi "Fulgensi Mestres" der als Gegenpart zum "dummen August" nicht nur zum Lachen bringen sondern die Phantasie anregen möchte, und Carillon "Paolo Casanova", der im Steampunkstil das Roncalli-Publikum in neue Traumwelten entführt.

Für Comedy sorgen 2019 Robert Wicke und Kai Eikermann. Wicke überzeugt als Beatboxer mit seinen Grooves. Nachdem er eine Kostprobe seines Könnens gezeigt hatte, versuchte er dem Zuschauer Dietmar aus Hude (der sich später als Roncalli-Artist Kai Eikermann zu erkennen gab) einige Töne, Geräusche und Tanzschritte zu entlocken. Beim Publikum kamen die teils unbeholfen wirkenden Bewegungen glänzend an. Bernhard Paul’s Neuentdeckung Chistirrin aus Mexiko verkörpert als Clown eine Mischung aus Till Eulenspiegel und Max und Moritz. Der 28jährige stand als Fünfjähriger zum ersten Mal mit seinem Vater auf der Bühne. Ein Multitalent dessen Stärken im Mimenspiel und Bodylangue liegt aber auch zum Ende der Show mit Gesang überzeugt.

Die „Queens of Baroque“ alias Vivi Paul (28), die älteste Tochter von Bernhard Paul und Eliana Larible-Paul mit Partnerin Natalia Rossi, haben eine Luftdarbietung einstudiert, die mit Eleganz und spektakulären Momenten begeistert.

 

 

Sie wirbeln in barocken Kostümen an einem riesigen Kronleuchter unter der Circuskuppel. Quincy Azzario ist die „Sharon Stone der Handstandkünste“. Kraftvoll und dynamisch mit enormer Leichtigkeit zeigt die junge Artistin auf einer oder zwei Händen stehend ihre Beweglichkeit. Ein Höhepunkt war der Handstand auf dem obersten von 9 locker aufeinandergelegten Blöcken. Eine zusätzliche Glanzleistung als sie diesen gestapelten Turm selbst zum Einsturz brachte und auf dem untersten Block wieder mit den Händen zum stehen kam.

Die „Bello Sisters“ bestehend aus den Schwestern Celine, Loren und Jolie Bello bauten aus Ihren Körpern lebende Statuen. Vater, Onkel und Großvater waren bereits in der Roncalli - Manege. Langsame Adagio-Equilibristik nennt sich ihre Kunstform in der sie mit viel Kraft und Dynamik immer wieder neue Statuen entstehen lassen.  

UliK Robotic - ein Roboter aus der Autoindustrie auf dem ein Gaukler Akrobatik macht. Dabei wird der Roboterarm zum Untermann einer Handstand- Akrobatiknummer, ein Pas de Deux aus Maschine und Mensch. Bis zu 9 Meter in die Höhe kann die Maschine die Polestange bringen und dabei in alle Richtungen bewegen. Die Cedeños Brothers, bestehend aus den Brüdern Brian, Kenny, Rommy und Brandon Cedeño zeigten in der Luft eine Trapeznummer mit Passagen, Salti und Pirouetten und gemeinsam mit dem Multitalent Chistirrin viel Humor.

Am Boden performten die Brüder mit ihren Ikarischen Spielen bei der der Antipodist (Untermann) mit dem Rücken auf einer gepolsterten schiefen Ebene liegt um seinen Bruder mit den Füßen in die Luft zu schleudern. In einem großen Finale dankten alle Künstler dem Publikum und ernteten frenetischen Applaus.

Das Orchester spielte noch ein Happy Birthday und es gab einen extra Blumenstrauß für eine Künstlerin. Ein weiteres Zeichen für einen großen Zusammenhalt in einer großen Familie. 80 historische Wagen, historische Foodtrucks, 120 Artisten, Musiker, Künstler und Mitarbeiter - was mit einem Traum begann, hat sich bis heute zu einem der größten Circus-Unternehmen entwickelt. In einem Circuszelt, das 1499 Personen Platz bietet. Hereinspaziert!