Selig sind "Endlich Unendlich" im Rosenhof

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Osnabrück, 27.10.2023 (BF) - Die Hamburger Band Selig um Sänger Jan Plewka gab im Rosenhof den Tourauftakt zur ihrer „Und Endlich Unendlich“- Tour 2023. So war der erste Song auf der Setliste passenderweise „Unsterblich“. Selig, eine Band, die keiner Vorband bedarf. Die um 20.30 Uhr auf einmal auf der Bühne steht und loslegt.

Die Hamburger feiern in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. 1993 im Frühjahr in einer Kneipe auf St. Pauli beschlossen Jan Plewka und Christian Neander eine Band zu gründen. Die ersten Songs sind schnell geschrieben, allein es fehlte der Rest der Band. Wer sich unter Selig nichts vorstellen kann: Rock vom Allerfeinsten, beeinflusst von Nirvana und Led Zeppelin, nur eben auf Deutsch. Die Musikpresse nennt es damals German Grunge. Doch nach den ersten drei Alben ist zunächst Schluss. Zu groß der Preis, den die Band für den außergewöhnlichen Erfolg zahlt.

Die Pause dauert fast 10 Jahre, doch die Band feiert ein furioses Comeback, mit neuer Energie, großartigen Liveshows und Auszeichnungen. Aus diesen 30 Jahren gab es dementsprechend auch Songs auf die Ohren. Denn die Liebe zur Bühne ist Selig geblieben, und so freut sich die Band sehr, ihre Songs beim diesjährigen Jubiläum zu zelebrieren.

Dieser Tourauftakt in Osnabrück war, wie die Konzerte von Selig es immer sind – ein emotionales Happening. Plewka verliert zwar nicht viele Worte zwischen den Songs, doch das ist auch nicht nötig. Die Einheit zwischen Band, Publikum und Songs ist, was zählt. So werden immer wieder lange "ohoho" Chöre vom Publikum gesungen, oder eben auch fast komplette Songs.

 

Die Band kann es kaum fassen und die vier Musiker freuen sich wie kleine Kinder. Lediglich einen Wermutstropfen gab es: der erste Evergreen „Schau Schau Schau“ wurde erst recht spät im Verlauf des Abends angestimmt, danach war die Stimmung, sofern das möglich ist, noch besser.

Noch mehr Feierstimmung. Eben Rock at it’s best. Selig ist vielleicht noch eine der wenigen Bands, die ohne Synthesizer auskommen. Gitarre, Bass, Schlagzeug, Gesang. Das reicht, davon dürfen sich die Zuschauer auch immer wieder während der Instrumentaleinlagen überzeugen. Als Selig die Bühne nach der Hymne „Wir werden uns wiedersehen“ die Bühne nach bereits zwei Zugaben verlassen wollen, werden sie ein weiteres Mal vom Publikum auf die Bühne gerufen.

Ob die Band das für selbstverständlich hält? Nein. Ob Band und Publikum sich gleichermaßen freuen? Oh Ja! Selig Konzerte sind schwer zu beschreiben, man muss sie einfach erlebt haben.