"Geiles Leben" mit Wattensound 2.0

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Cuxhaven, 29.12.2018 – Nieselregen, Sturmböen – die Frisur sitzt. Bestes Wetter für ein Indoor-Festival, dachten sich ca. 1200 Zuschauer, die sich Bordkarten für das Wattensound- Festival in der leider noch im Umbau befindlichen Kugelbakehalle kauften.

Nachdem die Premiere im letzten Jahr eine große zufriedene Besucherschar hinterließ, war es für die Veranstalter klar, dass man eine Fortsetzung plant. Auch in diesem Jahr konnte ein überzeugendes Line-Up gebucht werden, von Synthie-Pop, Rock und Rap war einiges dabei.

Um 19:00 Uhr starteten die Gewinner des diesjährigen Bandwettbewerbes im „Franzler“: Rückendeckung aus Rheine. Die fünfköpfige „Chaotentruppe“, wie sie sich selbst bezeichnen, spielten Rap-Rock mit 2 MCs und 3 Instrumenten - Poprock, Hardrock gemischt mit Deutschrap. Ein interessantes Crossover, für uns waren sie bereits 2015 eine interessante Neuentdeckung auf dem HADELNrocks Indoor-Festival und genau so einen Stimmungsmacher braucht ein Festival als Opener. Leider füllte sich die Halle erst im Laufe des Auftritts. So verpaßten sie Songs wie „Ho´ma´Bier, YO“ mit dem Regenschirm-Refrain und „Nie wieder Jägermeister“, der den Musikern dann doch zum Abschluß des Konzertes von Produktionsassistentin Tini Picker serviert wurde.

Durch das Programm führte wie im letzten Jahr Andreas Pooch alias Maschine Nitrox. Er moderierte bereits viele Veranstaltungen, z. B. Festivals wie Wacken, auf Kreuzfahrtschiffen wie im nächsten Jahr die Full Metal Cruise 2018 oder Funsportaktionen, zuletzt sahen wir ihn beim diesjährigen Werner-Rennen. Bekannt für seine auffälligen Schuhe trug er an diesem Abend welche im Zebralook.

Die vier Musiker von Rauschflut aus Gnarrenburg sind keine Unbekannten mehr in unserer Region, sie eröffneten im letzten Jahr das Festival und zwar so gut, dass sie ihren innovativ-eingängigen Rock mit deutschsprachigen Texten ein weiteres Mal abliefern durften. Dieses Mal waren sogar 5 junge Tänzerinnen dabei. Ohne Zugabe durfte die Band die Halle nicht verlassen.

Der Singer-/Songwriter Pohlmann hat sein mittlerweile fünftes Studioalbum "Weggefährten" herausgebracht und folgte auf der Stage. Der immer leicht verwirrt aber super sympastisch wirkende 46-Jährige brachte Songs aus seinem Repertoire wie z.B. „Wenn jetzt Sommer wär...“ Unsere Fotoredakteurin war von seinem Konzert letzte Woche in Hannover regelrecht begeistert, die Cuxhavener Zuhörer auch. Pohlmann ist normal und bodenständig und versucht die Nähe zu den Fans zu behalten. Er spielte mit seinen drei Musikern ein volles 1,5 Stunden-Konzert. Auch abseits der großen Bühne war was los. Das Bremerhavener Sextett Docks 2850 mit der Cuxhavener Sängerin Katja Stock spielten in den Umbauphasen auf der kleinen Bühne.

 

 

 

 

 

Im Vorraum und Big Harry bespaßte wie immer mit seinen Songs und Gitarre die VIP-Area. Mit dabei als Unterstützung seinen Sohn Alexander, zu später Stunde durfte auch Tochter Ribanna ihre tolle Stimme präsentieren. Zwischendurch kam Big Harry auch für eine Verlosung auf die große Bühne.

Auf sie haben viele gewartet, darunter auch viele junge Fans: Der Headliner Glasperlenspiel aus Baden-Würthenberg. Nordevents hat schon oft über das Duo berichtet, erstmalig von ihrem Auftritt bei Stephan Raabs letztem „Bundesvision Song Contest 2015“. Nicht-Fans könnten Glasperlenspiel durch solide Chartplatzierungen, Carolins Jury-Mitgliedschaft bei „Deutschland sucht den Superstar“ oder die aktuelle Version des „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“-Titelsongs bekannt sein.

Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg (die auch privat ein Paar sind) spielten viele ihrer eingängigen Elekropop-Songs wie „Geiles Leben“ oder neuere Titel von ihrem im April erschienenden Album „Licht und Schatten“. Nach einem Intro ging es auch gleich mit dem Album titelgebenden Song los. Der Sound ist sehr gut, die Bässe flattern durch die Halle und prallen heftig auf den Brustkorb. Carolin bemerkte, dass sie Cuxhaven ganz toll findet und bei Wind und Wetter auch schon zur Kugelbake gegangen war.

Daniel drückte die Keyboard-Tasten oben auf seinem Podest, kam ab und zu zum Singen an den Bühnenrand. Eine LED-Leinwand projizierte Atmosphäre, Laser sorgten für die Lichtshow und die leidenschaftlichen Gitarrensoli von Nico Schliemann bildeten einen gelungenen Counterpart zum Elektropop. Zur Zugabe folgt ihr Hit „Geiles Leben“. Technisch gut gemachter Charts-Pop und eine runde Performance des Multiplatin-Duos. Am Folgetag fuhr das Duo nach Berlin, um dort auf Deutschlands größter Sylvesterparty aufzutreten.

Es war wieder ein gelungenes Event, auf welches die Macher und vielen freiwilligen Helfer wieder ein gesamtes Jahr hingearbeitet haben. Auch der Termin zwischen den Jahren hat sich bewährt. So kann es die nächsten Jahre gerne weiter gehen.