Wattensound Festival 3.0

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Cuxhaven, 07.03.2020 - Alle guten Dinge sind bekanntlich drei. Das trifft auch auf das Cuxhavener Wattensound-Festival zu, dass dieses Mal statt zwischen den Jahren erstmalig im März stattfand. Und so lud die Veranstaltertruppe Bernd Ische, Kai Reinecke, Stephan Wagner Krüger und Frank Baruth wieder in die Kugelbake Halle ein. Insgesamt fünf Bands traten beim "Festival im Heimathaven" auf.

Bereits um 17:00 Uhr ging die Party mit Docks 2850 los. Die Halle war zu dieser Zeit noch recht spärlich gefüllt. Die Bremerhavener Band um Sängerin Katja Stock brachten 8 Songs ihres markigen, handgemachten Deutschrock mit eingängigen Melodien in die Location. Von der kleinen Bühne wanderten sie dieses Jahr erstmalig auf die große Stage.

In den Umbaupausen gab es auf der Bühne im Foyer von Axid Rain aus Oederquart den von ihnen selbst betitelten Flatrock. Die Band trat schon mehrfach in Cuxhaven auf. Sie spielten klassischer Rock mit unterschiedlichen englischen Songtexten vom Gitarristen und Frontmann Yannick Mense mit seiner rauen Stimme. Nach einigen Mitgliederwechseln haute nun Gitarrist Nicky Borgmann die Riffs raus, Matthias "Matze" König am Bass und Christoph Leidecker hinterm Schlagzeug sorgten für den Dampf dahinter. „Hier ist Underground“ meinte Sänger Mense am Anfang des ersten Sets.

Weiter ging es eine Stunde später mit der 2006 gegründeten Indie-Rock-Band Odeville aus Hamburg. Sie waren in den letzten Jahren mit Liedern aus ihren bislang fünf Alben auch beim Deichbrand Festival präsent. Angefangen haben sie damals in englischer Sprache, sich dann aber für einen Wechsel zur deutschsprachigen Musik entschieden. Und das scheint auch den Fans zu gefallen. Der Erfolg wächst in kleinen Schritten und sie gehen mit ihrer Musik in die richtige Richtung. Die überragende Livepräsenz ist nicht nur dem Sänger, Schauspieler und Regisseur Hauke Horeis zu verdanken.

Zum wiederholten Mal präsentierte sich die Cuxhavener Kultband Cats TV. Doch dieses Mal sind neue Songs und auch ein neues Mitglied dabei. 1980 erschien das Debütalbum Cats TV, damals noch in Originalbesetzung. Bundesweit wurde Cats TV im Zuge der Neuen Deutsche Welle populär, obwohl sich die Band selbst dem Deutschrock zurechnet, denn die Songs sind recht rockig. Maik Jibben hat sich von der Band verabschiedet, dafür ist ein Ex-Bandmitglied nachgerückt: Burghard Kuhn hat wieder Lust seine Gitarre zu bearbeiten. Auch Tom Baumann (Keyboard), Olly Lagemann (Bass) und Heino Braas (Schlagzeug) unterstützten Sänger Stephan Wagner Krüger bei Songs wie „Kamikaze“, „Killerautomat“ oder „Koxhafen“. Als Zugabe kam „Gebrauchtes“.

 

 

Seit der Festivalpremiere dabei ist Maschine Nitrox aka Andreas Pooch, der die Bands anmoderierte. Wir treffen ihn auch immer beim Wacken Open Air oder im letzten Jahr beim Werner Rennen. Er nutzte einen Tattoostand am Rande der Bühne, um sich tätowieren zu lassen.

Die 33-jährige Ina Bredehorn alias DEINE COUSINE folgte als nächste und zwar mit „Attacke“. Das gleichnamige Debütalbum kam im letzten April heraus. Ihren Job als Maschinenschlosserin hat an den Nagel gehängt, um Musik zu machen. Mittlerweile ist sie auf Stadiontourneen feste s Mitglied in Udo Lindenbergs Panik Orchester und hat mit ihm auf der letzten MTV Unplugged II-Album auch ein Lied zusammen gesungen. Gerne wird sie als weiblicher Campino gesehen und das stellte sie mit ihrer Rockmusik unter Beweis (die Hosen machen ja auch schon länger keinen richtigen Punk mehr). Unermüdlich wirbelte sie auf der Bühne herum und animierte das Publikum zu kleinen Festivalspielchen. Ideen und Songs für ein zweites Album hat sie bereits.

Zum Schluss wurde es voll auf der Bühne, als die Hamburger Band Le Fly auftrat. Auch sie sind bereits oft beim Deichbrand Festival aufgetreten. Die Horde Männer auf der Bühne ist eine wahre Spaßkapelle und Live-Bombe. Sie spielten die von ihnen kreierte St. Pauli Tanzmusik und die Festivalgäste kamen noch mal zu später Stunde richtig in Bewegung.

Im VIP-Bereich bespaßte Big Brother-Urgestein Big Harry mit Tochter und Sohn die Gäste mit stimmungsvollen Liedern. Er ist seit dem ersten Festival dabei und so schätzen ihn bereits viele Cuxhavener. Alleine 3 Gigs hatte er an diesem Wochenende, eine beachtliche Leistung.

Wer noch weiter feiern wollte, konnte nach Mitternacht noch ins Franzler zur Aftershow-Party wechseln.