Es kesselt wieder

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Hartenholm, 29.08.2019 - Das „Werner Rennen“ fand erstmals 1988 vor 200.000 Zuschauern statt, Comiczeichner Rötger „Brösel“ Feldmann trat damals mit seiner Selbstbau-Horex gegen Holger „Holgi“ Henze im knallroten 911er-Porsche an. Letztes Jahr gab es zum 30-Jährigen das große Revival auf dem Flugplatz Hartenholm, diesmal allerdings professionell organisiert von „Wacken“-Boss Holger Hübner. Das Rennen gewann diesmal „Brösel“ und rächte die Schmach vor drei Jahrzehnten.

2019 geht nach dem großen Erfolg der Kult natürlich weiter. Schnell musste ein neues Rennen her. Das große Promi-Rennen fahren in diesem Jahr Brösel-Bruder Andi Feldmann und Auswanderer Konni Reimann. Somit gibt es vom 29. August bis 01. September 2019 wieder ein mehrtägiges Gesamtevent aus Bands, Benzin, Bier und Gummi auf Europas größten Motorsportfestival.

Die anfänglichen Bedenken der Anwohner, die noch vom Chaos des ersten Rennens verstört waren, sind nach dem geordneten letzten Event wohl verflogen. In Juni gab es eine Einladung des Veranstalters zur Einwohnerversammlung. Der Einladung, in großer Runde Fragen zu stellen, folgte jedoch niemand. Die Hasenmoorer scheinen die Veranstaltung zu akzeptieren.

Einiges ist dieses Jahr neu. Die gesamte Veranstaltung mit Campingplätzen einschließlich des Fahrerlagers mit 4000 Teilnehmern wird auf die nördliche Seite der Bundesstraße 206 rund um das Flugplatzgelände verlegt, so dass die B 206 nicht mehr gesperrt werden muss und die Verkehrsbehinderungen für die Anlieger der Gemeinden sich in Grenzen halten. Die Hauptbühne wird ca. um 90 Grad gedreht, sie spielt dann Richtung Landebahn, und weiter nach Osten verlegt. Eine der vier Bühnen fällt weg.

Musikalisch wurden die Acts zurückgenommen, so dass am Donnerstag auf dem Kesseldrom nur 2 Acts zu sehen waren. Kärbholz und Eisbrecher. Vor 15 Jahren hatten Noel Pix (Gitarre, Keyboards, Programmings) und Frontmann und Sänger Alexander Wesselsky die Band gegründet.

 

 

Mit ihren Bandkollegen Rupert Keplinger (Bass), Jürgen Plangger (Gitarre) und Achim Färber (Schlagzeug) standen sie nun auf der Brücke des Eisbrechers und brachten Neue Deutsche Härte ins Infield. Kärbholz spielten Vollgas Rock´n´Roll wie ihren Song „Überdosis Leben“. Anschließend gaben sie noch lange Autogramme.

Vor der Bühne trafen wir Wacken-Opa Günni. Er ist 71 Jahre alt, sitzt im Rollstuhl und hat eine gewisse Medienbekanntheit erlangt. Er hatte dieses Jahr mit seinem Rollstuhl und Tempo 6 in zwölf Tagen von Hessen aus 434 Kilometer nach Wacken zurück gelegt, um für sein Projekt "Lautstark gegen Krebs" Spenden zu sammeln. Erzählte uns, das es in den Medien nicht ganz richtig darstellt wurde. Er wohne nicht in Hessen sondern in Itzehoe um die Ecke. Nach 30 Jahren Wackenbesuch und seinemPojekt hat er auch auf diesem Festival diverse Privilegien.

Auf der Dezibel Bühne spielten u.a. Die Andersons, die Elbrebellen und Extrabreit. Zum Abschluss gab es Maschines „Light Night Show“. Die Andersons kann man etwa so kurz beschreiben: 3 Karohemden, 2 Akustikgitarren und 1 Cajon. Die Drei aus Salt Lake City spielen akustischer Comedy Rock. Auch Extrabreit gibt es schon eine gefühlte Ewigkeit und gelten als die Väter des Pop-Punks. Weit über 1000 Konzerte haben sie in mehr als 30 Jahren gespielt. Auf den Rennstrecken war auch schon einiges los. Damit beschäftigen wir uns aber in den Folgetagen etwas mehr.