Adieu, Kämpferlegende! We Love MMA verabschiedet einen Champion!

Christian Habeck

HamburgLiveSport

Hamburg, 25. November (Christian Habeck) Die Hansestadt Hamburg war erneut Schauplatz eines beeindruckenden Kampfsport-Events. „We Love MMA“, auch unter dem Namen „Deutschlands härteste Liga“ bekannt, gastierte am gestriegen Abend zum neunten Mal in der Barclay Arena.

Mit etwas Verspätung begann die 68. Ausgabe von We Love MMA gegen 19:20 Uhr mit einem epischen Duell zwischen den jungen Helden Jan Mallach von Combat Sports Lübeck und Albek Agaev vom Combat Team Hamburg. Schon zu Beginn flogen harte Fäuste, und Mallach landete beeindruckende Treffer bei Agaev. Doch Agaev konterte geschickt, zwang den Lübecker mehrfach zu Boden und umhüllte ihn mit einer wahren Schlagessymphonie aus der Guard-Position. Nach drei atemberaubenden Runden erlangte der Hamburger schließlich mit 3:0 Richterstimmen den wohlverdienten Sieg.

Mixed Martial Arts, als Königsdisziplin des Kampfsports bezeichnet, fasziniert zunehmend Menschen hierzulande. Für Außenstehende sieht das nach roher Gewalt aus. Für Insider ist es das, was die Sportart so faszinierend macht. Doch ein wahrer Hype um die Sportart macht sich vor allem bei den Zuschauerzahlen und Fans bemerkbar.

Durch die geringe Schutzausrüstung kommt es bei MMA häufig zu oberflächlichen Verletzungen, wie beispielsweise Cuts, die schnell bluten. Kopfverletzungen und Gehirnerschütterungen sind ebenfalls nicht selten.

In den USA ist MMA längst als eine der Top-Sportarten etabliert. Die Veranstaltungen der Ultimate Fighting Championship (UFC) füllen dort riesige Arenen und Millionen verfolgen die Kämpfe vor dem Fernseher. Auch die sozialen Medien nutzt die UFC als riesigen Marketing-Apparat. Die Top-Kämpfer sind mittlerweile international Berühmtheiten und verdienen Millionen.

Im zweiten Fight des Abends erlebten die Zuschauer einen Lokalmatador der Extraklasse, als Timur Velichko vom Central Fight Club auf Ismail Abumuslimov vom renommierten Spitfire Berlin traf. Ein Krieg der Tritte und Fäuste entfachte, der sich schließlich auf die Matte verlagerte. In einer spektakulären dritten Runde drehte Velichko das Match mit präzisen Knien und Fäusten und siegte letztendlich durch Ground and Pound.

Die Profis betraten die Arena im Federgewicht, als Ramzan Jandarbaev (CSG Cloppenburg) und Zemaray Afzali (Combat Sports Lübeck) in den Käfig stiegen. Ein packender Ringkampf entfaltete sich, in dem der Cloppenburger Fighter die gesamte erste Runde bestimmte. Doch die Pause schien dem Lübecker neuen Atem eingehaucht zu haben. Mit einem beeindruckenden Kick eröffnete er die zweite Runde, doch Jandarbaev übernahm erneut das Ruder und sicherte sich den Sieg mit einem blitzschnellen Armbar.

Berlin gegen Hamburg hieß es im Weltergewicht, als Oliver Pohl (Trigoon Berlin) und Pierre Britz (Combat Team Hamburg) aufeinandertrafen. Britz mit klaren Längenvorteilen dominierte im Stand, und nach einer ersten Runde des Abtastens entfachte er in der zweiten Runde ein wahres Feuerwerk. Ein Treffer von Pohl wurde von Britz mit harten Kicks und Punches beantwortet, was schließlich in einem Referee Stoppage zugunsten des Hamburger Kämpfers mündete.

Der Leichtgewichtskampf zwischen Dragomir Dimitrov von MMA Spirit Frankfurt und Umalt Timaev vom Gorilla Gym Hamburg versprach Spannung pur. Dimitrov zeigte Stärken im Stand, während Timaev am Boden dominierte. Der Frankfurter landete einige beeindruckende Kicks und Fäuste, doch Timaev konterte am Boden mit Schlägen aus der Guard. Die zweite Runde endete mit einem überzeugenden Ground and Pound von Timaev, der den Hamburger zum Sieg führte.

Die Zuschauer wurden weiterhin mit actiongeladenen Kämpfen verwöhnt, darunter der packende Schlagabtausch zwischen Meysam Agharezaei von Martial Arts Gym Braunschweig und Finn Schmetzer vom Norderstedter SV MMA Team. Eine wilde Prügelei entfaltete sich, bei der Agharezaei mit Kicks, Knien und Fäusten auf Schmetzer einprasselte. Trotz unglaublicher Nehmerqualitäten des Hamburger Kämpfers endete der Kampf mit einem Abbruch aufgrund von Schlägen von Agharezaei.

© Nordevents

Im Mittelgewicht gab es ein Wiedersehen mit David Depannemaecker, der auf den erfahrenen Fighter Omar Amasha vom Gorilla Gym Hamburg traf. Schon in der ersten Runde streckte Amasha Depannemaecker nieder, doch dieser kämpfte sich beeindruckend zurück. Eine spektakuläre Aktion mit einem Submission-Versuch hätte beinahe den Kampf beendet, aber Amasha konnte sich befreien. Der Schlagabtausch setzte sich fort, und kurz vor Rundenende streckte der Hamburger seinen Gegner erneut nieder. Der Ringrichter stoppte den Kampf zugunsten von Amasha, obwohl die Ringglocke eine Sekunde zuvor ertönte. Ein atemberaubender Kampf, der das Publikum in seinen Bann zog.

Im Co-Mainevent standen sich Tobias Eylitz von der Fightschool Hannover und Vladimir Radic von War MMA Hamburg gegenüber. Radic stürmte aggressiv voran, brachte Eylitz zu Boden, doch der Hannoveraner konterte geschickt und bearbeitete den Hamburger mit Schlägen. Der Kampf überlebte die erste Runde, doch Eylitz setzte in der zweiten Runde nach, und nach nur 40 Sekunden endete der Kampf zugunsten des Hannoveraners.

Das absolute Highlight des Abends war zweifelsohne der Weltergewichts-Titelkampf zwischen dem Hamburger Abeku Afful und dem Topcontender Daniel Makin. Ein Duell der Titanen, das mit Vorsicht und gegenseitigem Respekt begann. Die Anspannung war spürbar, bevor es mit zaghaften Kicks und Punches losging. In der zweiten Runde intensivierte sich das Geschehen, Makin landete Treffer und Tritte, insbesondere am von einer Verletzung gezeichneten Knie von Abeku. Nach einem erfolglosen Angriff von Abeku geriet er selbst in Bedrängnis und ging zu Boden. Makin nutzte die Gelegenheit, um Abeku von oben zu bearbeiten. In der dritten Runde kämpften beide Krieger mit all ihrer Kraft. Abeku landete zwar immer wieder Wirkungstreffer, doch Makin konnte lange Zeit standhalten und brachte Abeku erneut zu Boden. An diesem Tag erwies sich der Hannoveraner als stärker und siegte nach Punkten. Damit wanderte der We Love MMA Gürtel im Weltergewicht nach Hannover. Im Anschluss an einen wirklich beeindruckenden Kampf, verkündete Abeku Afful das Ende seiner aktiven Kämpferkarriere.

Die nächste Live-Action in Hamburg gibt es am 24. November 2024 mit „We Love MMA 77“. Tickets gibt es bereits jetzt mit einem Earlybird-Rabatt von 15%.

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