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MOBY: „All visible objects“

Ach Moby, du geniales menschliches Individuum. Immer wieder schafft es der Künstler mich mit unerwarteten Sounds zu überraschen und am 15.05.2020 war es wieder soweit, dass Moby eine neue Scheibe auf den Markt gehauen hat.

All visible obects“ nennt sich das nun schon 17. Studioalbum und im Januar konnte man schon den Track „Power is taken“ lauschen und auf den Geschmack der momentanen Richtung Moby`s kommen. Interessant ist bei Moby ja immer wieder, wer da nun mit wem zusammenarbeitet und bei vorhin genannten Track waren D.H. Peligro (Dead Kennedys) und Boogie als Vocalists involviert. Lediglich in den Tracks „Forever“ und „One Last Time“ hört man Moby selbst die Stimme erheben. Neben den vorhin erwähnten Musikern finden sich auch Apollo Jane, Mindy Jones und  Linton Kwesi Johnson am Mikrofon wieder.

Mit „Morningside“ wird mit Elan der erste Beat zu Ohren gebracht und man fühlt sich in die 90er-Dance-Electro Szene zurückversetzt.  „My only love“ folgt darauf mit etwas schnellerem pumpenden Rhythmus und einem langen „Legato-Run“ am Piano, während der Synthie anschwillt bis die zarten Vocals einsetzen. „Refuge“ beginnt mit einer interessanten Ansprache, welche immer wiederholt wird, bis mit 90er-Synthie-Sounds und Bongo-Samples der wirkliche Beat einsetzt. In „One Last Time“ fühlt man sich zuerst wie in einer Werbeshop-Telefonschleife, doch diese monotone Situation gewinnt über die Zeit immer mehr an Dynamik, sodass man jedes Element schön strukturiert am Radar hat. 

Nach „Power is taken“ folgt „Rise up in love“ und der Track erinnert wiederum an Sommerhits in Richtung House, um 2010 herum, wenn auch gesamt recht hallig und dumpf klingt, bis das Build-Up in einem etwas langsamen Rhythmus mündet. „Forever“ ist sehr atmosphärisch und die wirklich nur als basale Laute erkennbare Stimme ist zeitweise etwas verstörend in der Kombination mit dem leicht von hinten anschleichenden „Saw-tooth“-Synth. In „Too much change“ kommt wieder die etwas souligere Seite Mobys zum Vorschein und ich möchte sogar fast schon von Smooth-Jazz sprechen. Das Setting wird in „Seperation“ noch etwas gehalten bis dann mit wieder etwas mehr Schwung in die Sache kommt.

Irgendwie dürfte Herr Moby akut eine Liebe zu Bongo- und Samba-Samples haben. Mit „All visible obects“ wird das Album dann abgeschlossen und mein geliebtes Piano kommt mir einer weiteren melancholischen Melodie um die Ecke bis die Synths und der pochende Kick-Sound einsetzen.

FAZIT: Bei einem Namen wie Moby habe ich natürlich auch etwas recherchiert was meine Kollegen von dem Album halten und ich war erschreckt, dass die Ratings bei ca. 5 von 10 Punkten ausfielen. Ich muss sagen, dass das Album nun nicht die Creme de la Creme der elektronischen Musik ist, doch finde ich es schon sehr gelungen. Die Mischung aus recht basalen Beats, welche immer komplexer werden und die gekonnte Einbindung von Piano, Vocals und atmosphärischen Elementen hat schon etwas für sich. Daher gibt es bei mir für dieses Album 7 von 10 Punkten. 

 
Bewertung:

GENRE: Electronic

TRACKLIST:

1. Morningside
2. My only love
3. Refuge
4. One last time
5. Power is taken
6. Rise up in love
7. Forever
8. Too much change
9. Seperation
10. Tecie
11. All visible objects

VÖ: 15.05.20
Format: CD / Vinyl / Digital
Label: Warner Music Russia
Vertrieb: Tonpool
Auf Tour im Norden: -

Rezensent: Gregor

--> Musikvideo: Moby - Power Is Taken ft. D.H. Peligro

 

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