Simon McBride im Hamburger Kent Club

Sascha Beckmann

Hamburg, 31.03.2025 – Am Montagabend gastierte Simon McBride im Rahmen seiner aktuellen „The Fighter Tour“ im Hamburger Kent Club, einer Venue, die für ihre intime Atmosphäre bekannt ist. Trotz der nur etwa zur Hälfte gefüllten Location lieferte der aus Irland stammende Ausnahme- und aktuelle Deep-Purple-Leadgitarrist eine atemberaubende Show, die die Anwesenden von der ersten bis zur letzten Note fesselte.

Simon McBride, der sich bereits als eines der größten Gitarrentalente im Blues-Rock etabliert hat und mit Legenden wie Joe Satriani, Jeff Beck und Joe Bonamassa tourte, zeigte an diesem Abend einmal mehr seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Der Musiker, der 2023 als festes Mitglied von Deep Purple in die Rockgeschichte einging, nahm die kleinere, aber treue Zuhörerschaft im Kent Club mit auf eine musikalische Reise, die sowohl seine virtuose Gitarrenarbeit als auch seine Emotionen auf der Bühne widerspiegelte.

© NordeventsSimon McBride

Das Konzert begann mit dem mitreißenden „Don’t Dare„, das sofort die Energie in den Raum brachte. Trotz der nicht ausverkauften Location war die Stimmung von Beginn an elektrisierend. Es folgte das energiegeladene „The Stealer“ (ein Free-Cover), das den rockigen Ton des Abends festlegte. Doch McBride zeigte sich auch vielseitig und überraschte das Publikum mit einer wunderschönen Version von „Uniform of Youth“ (Mr. Mister-Cover) – ein unerwarteter Moment, der die Vielfalt seines musikalischen Repertoires unterstrich.

In den folgenden Songs wie „Gimme Something Good“ (Ryan Adams-Cover) und „Just Takes Time“ konnte McBride seine beeindruckende Bandbreite als Songwriter und Gitarrist demonstrieren. Bei diesen Momenten, die von Blues und Rock gleichermaßen durchzogen waren, wurde klar, dass er nicht nur als Gitarrist, sondern auch als Sänger und Komponist glänzt.

Mit „High Stakes“ und „Fat Pockets“ (inklusive eines spektakulären Drum-Solos) ging es musikalisch weiter in Richtung intensiverer Rockklänge. Diese Stücke setzten den Höhepunkt eines Sets fort, das sowohl Gitarrenakrobatik als auch emotionale Tiefe vereinte. „The Crybaby Swagger“ und das stürmische „Heartbreaker“ sorgten dann dafür, dass der Abend nie an Energie verlor.

Ein weiterer Höhepunkt war die gefühlvolle Darbietung von „Lovesong“ von The Cure, die eine ganz andere Seite von McBride zeigte – seine Fähigkeit, mit wenigen Tönen und einer klaren Melodie die Herzen der Zuhörer zu erobern. Doch der rockige Drive kehrte schnell zurück mit „King of the Hill“ und „So Much Love to Give„, die das Publikum noch einmal zum Mitsingen und Mitfeiern animierten.

Der absolute Höhepunkt des Hauptsets war sicherlich das kraftvolle „Kids Wanna Rock“ von Bryan Adams, das von McBride mit kleinen Einspielern von Deep Purple-Klassikern wie „Black Night“ und „Speed King“ versehen wurde. Die Fans im Kent Club waren hellauf begeistert, auch wenn die Location, wie bereits erwähnt, nur etwa zur Hälfte gefüllt war – dies tat der Energie und dem Charme der Show jedoch keinen Abbruch.

Ein großartiges Konzert in kleiner Runde

Nach einer kurzen Pause trat McBride erneut auf die Bühne und lieferte mit „Don’t Be a Fool“ ein abschließendes, grandioses Stück mit Teilen von Purples „Smoke on the Water„. Der Song beendete das Konzert mit einer letzten Welle aus Energie und Virtuosität, und das Publikum belohnte ihn mit stehenden Ovationen und langanhaltendem Applaus.

Fazit: Ein großartiges Konzert in kleiner Runde. Trotz der moderaten Besucherzahl im Kent Club lieferte Simon McBride eine unvergessliche Show ab, die die Anwesenden rundum begeisterte. Die Kombination aus Rock-Klassikern, persönlichen Songs und überraschenden Coverversionen zeigte eindrucksvoll, warum McBride zu den besten Gitarristen der heutigen Zeit gehört. In der kleinen, aber feinen Atmosphäre des Clubs konnte der Musiker sein Können und seine Leidenschaft für die Musik perfekt zur Geltung bringen. Für alle, die den Abend verpasst haben, bleibt nur eines zu sagen: Eine Chance, diesen Gitarristen live zu erleben, sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Unser Interview mit –> Simon McBride

Unsere Rezension des aktuellen Studioalbums –> „Recordings 2020-2025“

Ähnliche Beiträge
Schon geteilt?